Grußwort

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Liebe Leserin, lieber Leser,

Sie interessieren sich für die Aktivitäten der Deutschen Botschaft in Quito – dafür zunächst einmal vielen Dank.

Ecuador genießt seit langem das Interesse Deutschlands und der Deutschen.  Mehrere  tausend Deutsche und  Deutschstämmige leben dauernd im Lande und tragen, wie schon ihre Vorfahren, zu dessen Entwicklung, teilweise in herausgehobenen öffentlichen Ämtern, bei.  Es besteht ein reger Austausch von Stipendiaten und Wissenschaftlern, und auch die Handelsströme  sind ein wichtiger Bestandteil der bilateralen Beziehungen. Das offizielle Deutschland pflegt bereits – mit einer kriegsbedingten Unterbrechung in den 40er-Jahren des vorigen Jahrhunderts - seit fast 100 Jahren diplomatische Beziehungen auf Botschafterebene mit Ecuador, und seit mehr als 50 Jahren gibt es eine Zusammenarbeit im Entwicklungssektor. Noch sehr viel länger ist es her, dass der deutsche Forscher und Entdecker Alexander von Humboldt  auf dem Gebiet des heutigen Ecuador seine naturkundlichen Studien betrieben und mit seinen Forschungsergebnissen das rege Interesse der deutschen Wissenschaft an dieser Region Lateinamerikas  geweckt hatte. Humboldt ist noch heute jedem gebildeten Ecuadorianer ein Begriff, und an diese Tradition knüpfen deutsche Bildungs- und Kultureinrichtungen im Lande an, so die Deutsche Schule in Guayaquil ebenso wie die Casa Humboldt, das deutsche Kulturinstitut in Quito.  Diesen Einrichtungen ist es zu verdanken, dass das Interesse zahlreicher Ecuadorianer an Deutschland geweckt und vertieft wird.  Kein Wunder also, dass die Beziehungen Deutschlands und Ecuadors zu einander von Sympathie und Freundschaft geprägt sind.

À propos Bildung:  Deutschland  hilft  bereits seit vielen Jahren beim  Ausbau des ecuadorianischen Bildungssystems mit.  Das deutsche Duale Bildungssystem für die technischen Berufe hat das Interesse der ecuadorianischen Regierung gefunden und dient nun als Vorbild für ähnliche Ausbildungsgänge im ganzen Land, teilweise unter Ägide deutscher Institutionen. Ziel ist es, eine kompetente Facharbeiterschaft heran zu bilden, die beim Ausbau und bei der Diversifizierung einer leistungsfähigen Wirtschaft mitwirken kann.

Die einzigartigen Naturschutzgebiete u.a.  im Osten des Landes  bedürfen des besonderen Schutzes.  Deutschland ist in Ecuador als einer der wichtigsten Partner der Entwicklungszusammenarbeit  engagiert mit dem Ziel, nachhaltige Lösungen für den Schutz der Umwelt, aber auch der Lebensräume der indigenen Bevölkerung zu finden, denen die wirtschaftlichen Interessen an der Erdölgewinnung  und der industriellen Landwirtschaft gegenüber stehen.

Das schreckliche Erdbeben vom April 2016 war ein harter Schlag für unser Gastland, und es wird noch viel Zeit brauchen, bis die Schäden, aber auch die Traumata der betroffenen Bevölkerung überwunden sind.  Für uns Deutsche war es Anlass, Solidarität mit unseren ecuadorianischen Freunden zu beweisen und durch unsere humanitäre Hilfe das Leid zumindest ein wenig zu lindern. Auch bei der Aufbauarbeit wollen wir uns einbringen.

Mein Land steht selbst vor großen, vielleicht historischen Herausforderungen.  Ob es die Flüchtlingsströme aus dem Nahen und Mittleren Osten sind oder der bevorstehende Austritt unseres Partners Großbritannien aus der Europäischen Union, ob es die Schuldenkrise in der Eurozone oder die Kämpfe in der Ukraine sind – bei all diesen Themen ist Deutschland gefordert  und muss seine Verantwortung als Land im Herzen Europas wahr nehmen.  Aber auch wenn dadurch in erheblichem Maße Kräfte und Ressourcen gebunden werden, wird Deutschland die  Beziehungen zu seinen Partnern außerhalb Europas  weiter intensiv pflegen, und dies gilt natürlich auch für die Beziehungen zu Ecuador.  Das Team der Deutschen Botschaft und ich selbst sowie die Vertreter der deutschen Mittlerorganisationen wollen hierzu einen konstruktiven Beitrag leisten.  Bitte lassen Sie uns  gegebenenfalls Ihre Ideen und Anregungen wissen, wie wir unsere Arbeit noch besser machen können – dies gilt natürlich auch für unseren Auftritt auf dieser Webseite.

Mit guten Wünschen

Joachim von  Marschall