Die Deutsche Entwicklungszusammenarbeit mit Ecuador
Seit dem Jahre 2004 ist eine Vereinbarung zwischen der ecuadorianischen und deutschen Regierung über die Schwerpunktsetzung der deutschen Entwicklungszusammenarbeit (EZ) auf der Basis der Entwicklungsziele Ecuadors gültig. Danach konzentriert sich die bilaterale Kooperation auf
a) Umwelt und Ressourcenschutz
b) Modernisierung des Staates, Dezentralisierung und Stärkung der autonomen dezentralisierten Regierungen.
Umwelt und Ressourcenschutz
Ecuador ist eines der Länder mit der höchsten biologischen Artenvielfalt der Welt. In Anerkennung dieses Reichtums hat sich die ecuadorianische Regierung zu ihrem Schutz verpflichtet – nicht nur weil die Wirtschaft auf der Nutzung der natürlichen Ressourcen basiert, sondern weil ihr Erhalt ein Verfassungsauftrag ist und diese Ressourcen die Lebensgrundlage für den Groβteil der Bevölkerung bilden. Trotz dieser Bedeutung wird der natürliche Reichtum beeinträchtigt durch die nicht nachhaltige Nutzung und Ausbeutung der Naturressourcen. Das zentrale Problem ist die fortgesetzte Umwandlung und Verschlechterung der Waldgebiete, der Verlust der biologischen Artenvielfalt und die Beeinträchtigung der Umweltdienstleistungen, von denen der Lebensstandard der Bevölkerung und das Überleben der Fauna und Flora abhängen.
Das Oberziel der ecuadorianisch-deutschen EZ im Schwerpunkt Umwelt- und Ressourcenschutz ist es, zum Erhalt der Artenvielfalt und der natürlichen Lebensgrundlagen beizutragen. Die Prämisse ist dabei, dass das effziente Management der Schutzgebiete und ihrer Einflusszonen sowie die Einführung von Formen nachhaltiger Nutzung der natürlichen Ressourcen die Schutzmöglichkeiten sowie die Einkommenspotenziale der lokalen Bevölkerung erweitern und damit zur Armutsminderung beitragen.
Downloaddatei: Strategiepapier Umwelt [pdf, 103.77k]
Modernisierung des Staates, Dezentralisierung und Stärkung der autonomen dezentralisierten Regierungen
Ecuador ist verfassungsmäßig ein demokratischer Rechtstaat. Die Verfassungen von 1998 und 2008 enthalten zahlreiche Fortschritte: erweiterte und einklagbare Bürgerrechte, Minderheitenschutz, Anerkennung der ethnischen Vielfalt, Verlagerung öffentlicher Aufgaben auf die sachnächste Verwaltungsebene, ausgeweitete Bürgerbeteiligungsmechanismen, Entpolitisierung der Kontrollorgane. Die neue Verfassung von 2008 verändert grundlegend die rechtlichen und institutionellen Rahmenbedingungen des demokratischen Systems und öffentlichen Handelns. Der Nationale Entwicklungsplan setzt auf der Basis dieser Verfassung ambitiöse Ziele, darunter den Aufbau eines demokratischen und entwicklungsorientierten multikulturellen Staates.
Das Erbe einer schwachen, öffentlichen Verwaltung, Defizite des öffentlichen Planungssystems und in der Bereitstellung öffentlicher Dienstleistungen, unklare, sich häufig überlappender Zuständigkeiten, beschränkte Teilhabemöglichkeit benachteiligter Bevölkerungsgruppen an öffentlichen Entscheidungen stellen eine große Herausforderung da. Das zentrale Problem ist die nicht ausreichende Versorgung breiter Bevölkerungskreise mit öffentlichen Gütern und Dienstleistungen und die unzureichende Einbindung in die Entwicklungsprozesse.
Als Oberziel der EZ in diesem Schwerpunkt wird im Rahmen des Aufbaus des demokratischen, plurinationalen und interkulturellen Staats unter besonderer Berücksichtigung der Bürgerrechte eine Verbesserung der dekonzentrierten und dezentralisierten Erbringung öffentlicher Güter und Dienstleistungen mit höherer Effizienz, Wirksamkeit, Gerechtigkeit, Transparenz und Bürgerbeteiligung verfolgt.
Die gemeinsame bilaterale EZ im Schwerpunkt konzentriert sich auf folgende Handlungsfelder: Reform und Demokratisierung des Staates unter besonderer Berücksichtigung der Bürgerrechte,Öffentliche Finanzen und Kontrolle, sowie Stärkung der Kapazitäten regionaler und lokaler Akteure, insbesondere aber auch Verbesserung örtlicher Lebensbedingungen unter Berücksichtigung der Interessen der Zivilgesellschaft. (Link EPP Staatsmodernisierung ES)
Downloaddatei: Eckpunktepapier Staatsmodernisierung [pdf, 55.06k]